Die vorübergehende Schließung des Schlachthofs Gärtringen darf nicht die endgültige Schließung bedeuten

Die vorübergehende Schließung des Schlachthofs Gärtringen darf nicht die endgültige Schließung bedeuten

Regionale Landwirtschaft ist wichtig. Dezentrale landwirtschaftliche Produktion steht für Qualität.
Die veröffentlichten Videoaufnahmen des Schlachthofs in Gärtringen erschüttern und stellen das in Frage. Aber Tierschutz ist unverhandelbar.

Seitens des Landratsamts Böblingen, das gegenüber dem Schlachthof Gärtringen die Kontrollfunktion ausübt, wird kritisiert, dass erkannte Probleme von den Schlachthofbetreibern nicht gelöst, Anordnungen nicht umgesetzt wurden. Amtsärzte waren bei den Schlachtungen anwesend. Das Landratsamt schließt nun, nach Veröffentlichung der Videoaufnahmen, den Schlachthof. Hier stellt sich auch die Frage, welche Verantwortung das Landratsamt Böblingen selbst hat. Waren die bisherigen Probleme so groß, dass eine Schließung früher erforderlich gewesen wäre? Oder ist die
Maßnahme der Schließung Opportunismus, um Verantwortung von sich weisen? Mit dieser Frage muss sich Landrat Bernhard jetzt auch beschäftigen.

Die Aufklärung muss auf allen Seiten ehrlich, aber auch ohne Vorbehalte stattfinden. Was sind tatsächlich strukturelle Mängel? Was ist Fehlverhalten einzelner Schlachthofmitarbeiter? Die dafür natürlich zur Verantwortung gezogen müssen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Schlachthof ist geschlossen. Das geht der SOKO Tierschutz nicht weit genug. Was ist das Ziel? Dass wir alle Vegetarier werden?

Ein regionaler Schlachthof ist für die Landwirte und Metzger in unserer Region sehr hoch. Längere Transporte von Tieren zu weit entfernten Schlachthöfen sind keine Maßnahme für den Tierschutz, im Gegenteil. Und auch nicht für die Ökobilanz, mehr CO 2 durch längere Transportwege sind keine Lösung.

Die vorübergehende Schließung des Schlachthofs in Gärtringen darf nicht die endgültige Schließung bedeuten. Sie bietet die Chance für einen Neustart, für dezentrale Landwirtschaftliche Produktion mit Qualität. Es geht darum, Vertrauen zurückzugewinnen. Alle Beteiligten, die Betreiber, der Landkreis selbst, stehen hier in der Verantwortung. Ziel müssen Maßnahmen sein, die ein tierschutzgerechtes, regionales Schlachten ermöglichen. Wir brauchen jetzt eine schnelle Lösung
aller Beteiligter mit einem schlüssigen Konzept – und keine gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Swen Menzel, Kandidat für die CDU-Landtagsnominierung im Wahlkreis Leonberg – Herrenberg, Vorsitzender CDU Herrenberg

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