Stellungnahme zur Daimler Jahrespressekonferenz 2020: Automobilität technologieoffen in die Zukunft begleiten

Die Geschäftszahlen für 2019, die bei der Jahrespressekonferenz vorgelegt wurden, geben Grund zur Besorgnis, genauso wie die angekündigten Stellenstreichungen (10.000? 15.000?) die wahrscheinlich auch unseren Landkreis betreffen werden. Wichtig sind aber nicht nur die Unternehmensentscheidungen, sondern auch die politischen Rahmenbedingungen.

Die Politik darf die deutsche Automobil-Industrie nicht auf dem Altar einer überzogenen Klimapolitik opfern. Arbeitsplätze in der Automobil- und Zuliefererindustrie müssen erhalten werden. Dies ist gerade auch für die Region Stuttgart und den Kreis Böblingen eine Voraussetzung für unseren Wohlstand und Zukunftsfähigkeit. Klare, verlässliche und vor allem realistische (!)
Rahmenbedingungen für Emissionen und Flottenverbrauch müssen in Brüssel durchgesetzt werden. Die hervorragende deutsche Motorenentwicklung – auch und gerade der effektive und sparsame Diesel – darf nicht länger verteufelt werden.

Auch wenn die Automobilindustrie nicht alles richtiggemacht hat, können Verbrennungsmotoren künftig eine wichtige Rolle spielen, um den Automobilstandort Baden-Württemberg und den Kreis Böblingen wieder zu stärken. Diesel, synthetische Kraftstoffe, Elektrofahrzeuge, Brennstoffzelle etc.
– Politik muss technologieoffen begleiten, ohne planwirtschaftliche Festlegung oder einseitige Förderung einer Antriebstechnik. Zur Mobilität der Zukunft gehören gerade auch ÖPNV und Radwege – aber weiterhin definitiv auch Autos. Hätten wir vor über 130 Jahren den Autokritikern geglaubt, würden wir jetzt noch mit Pferdekutschen fahren. Den Pioniergeist und den Mut von Benz, Daimler, Porsche und Bosch von damals brauchen wir heute mehr denn je.

Statt blumigen Zukunftsträumen, die sich in zehn Jahren oder vielleicht nie realisieren lassen (und der Entwicklung eines Konzeptfahrzeugs mit Titanic-Regisseur James Cameron) sollte Daimler sich vielleicht auf die nähere, greifbare Zukunft konzentrieren. Kurzfristig realisierbare Erfolge könnten
unter anderem eine Senkung des Flottenverbrauchs durch die Entwicklung und Vermarktung von bezahlbarer Elektromobilität und weitere Investitionen in alternative Energieträger wie Wasserstoff sein.

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